Ephemera – Nur für einen Tag…

Mein Faible für „Ephemeres“ (altgriechisch: nur für einen Tag“) brachte mich zu verschiedenen Kunstprojekte. So arbeite ich mit organischen und sich verändernden Materialien. Mal sind es die “Kompostkinder”, mal sind es Bücher aus Eis oder einfach nur Zeichnungen im Sand.

 

Kompostkinder

Materialbilder aus Pflanzenresten wie z.B.  Schachtelhalm, Ahorn, Mohn, Blüten etc., Wachs und Pigmenten. 

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Wer einmal im Winter einen viel begangenen Pfad genauer betrachtet, sieht auf dem Boden einen Teppich aus zerfallenen, und plattgetretenen Pflanzenmaterialien. Das ist das der Effekt, den ich mit meinen Material-Briketts erziele. Es sind Ausschnitte aus organischen Veränderungsprozessen. Fundstücke aus der Schatzkammer der Natur. Ich lasse mich von der natürliche Vielfalt, die die Natur hervorbringt, inspirieren. So sammle ich „Verpackungreste“ und „Transportmaterialien“: Kapseln, Hülsen, Samen, Zapfen, Schalen, Flusen, Fusseln, Fasern und verarbeite sie zu neuem künstlerischem „Humus“.

 

Vorgehensweise:
Das Fundmaterial wird getrocknet, gepresst oder zu einem Faserbrei eingekocht. Durch das Kochen werden die Zerfallsprozesse beschleunigt, die Naturmaterialien wird zur „Pulpe“zersetzt. In den Anfängen der Papierherstellung wurde in gleicher Weise mit Hanf, Brennesseln, Rinden etc. experimentiert. In einer ersten Grundschicht werden die Teile zunächst neu arrangiert und verdichtet. Danach wird das Arrangement mit Wachs  und/oder mit dünnen Papierschichten und Pigmentenlasuren (Kaolin, Champagnerkreide) überzogen.  Materialien: Pflanzenfasern, Holz, Wolle, Muscheln, Wachs, Pigmente, Gesteinsmehle.

 

 

 

Eisbücher – ephemere Literatur

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„Falls mich jemand sucht, ich bin im Wandel.“
Für die Sonderausstellung „Das andere Buch“ im Literaturhaus Gottlieben 2017 habe ich eine Eisbibliothek aufgebaut. Fiktive Autoren und jedoch auch Gedichte, die mit dem Schwinden zum Thema haben. Verschiedene Ingredienzien wurden in eine flexible Kautschukform zusammen mit Wasser eingefroren: Pflanzenreste, Blätter Fundstücke vom Ufer des Sees, Buchstaben aus dem Suppenklassiker „Buchstabensuppe“, sogar Gemüsestücke etc. Am meisten fasziniert hat mich das Eis in seiner sperrigen unberechenbaren Materialität. Die Bücher wurden während der Ausstellung in einem Kühlschrank präsentiert. Eisbibliothek – Titel und Gedichte„Klimawandel“, Peter Hummelson, Glacier Press, 2017 „Aggregatzustandswechsel“, Peter Hummelson, Glacier Press, 2017„Minus 10“, Peter Hummelson, Glacier Press, 2017„Kochbuch“ mit Gemüse, Anna Loog, Glacier Press, 2017„Das Schwinden“ – Ephemere Literatur, Glacier Press, 2017„Seegefrörne“, Anna Loog, Glacier Press, 2017„Lesegefrörne“, Anna Loog, Glacier Press, 2017 „Gedichte übers Schwinden” /Sammlung

Bei all der Überflutung liegt der Zauber des Ephemeren (altgriechisch: nur für einen Tag) im Flüchtigen und Vorübergehenden. Eis ist nicht manifest, es schmilzt dahin, nimmt andere Aggregatszustände an. Durch die ständige Verwandlung vergegenwärtigt es den Augenblick und das Vergängliche. Klimawandel/Entropie. In einer reizüberfluteten Leselandschaft eine Oase des „Schwindens“. Wasser. Weißraum. Sauerstoff fürs Auge. Pause. Prozeß. Abschied. Loslassen. 

 

 

Sandbilder am Meer

Sand Art auf Borkum/ Reflexionen zu “Heartist”