Achtsames In-der-Natur sein im – Projektwerkstatt Naturtagebuch

„Offenland“ ist in der Biologie definiert als ein Begriff für unbebautes, nicht mit Gehölzen bewachsenes Gebiet wie z.B. Äcker, Streuobstwiesen und Grünland sowie natürliche Gebiete wie Moore. Offenland bietet gute Bedingungen  für die Ansiedlung von selten gewordenen und speziell angepassten Tier- und Pflanzenarten.

 Das Konzept „Offenland“ steht für Aufmerksamkeit, Naturwahrnehmung und für deren künstlerische Ausdrucksformen. Eindrücke umzusetzen durch Methoden der Achtsamkeit und Entschleunigung:

Zeichnen und Schreiben, Sammeln und dem Anlegen eines „Naturtagebuches“

Auch punktuelle „joint ventures“ mit Experten/Künstlern aus anderen Bereichen (Biodiversität) sind denkbar.

Dokumentiert werden die Eindrücke in einem Naturtagebuch: eine handschriftliche bzw. analoge Dokumentation von Erlebtem sein: mit Skizzen, Worten, Gefundenem… z.B. ein „Blätterbuch“ durch die Jahreszeiten, ein Herbarium, ein Sammelsurium an Eindrücken und Erlebnisse – nachhaltig festgehalten.

Ein Naturtagebuch kann von einzelnen oder aber auch gemeinsam als Gruppe erstellt werden. Es kann ein großes Buch werden, in dem man blättern kann, in dass man immer wieder neue Anregungen reinnimmt. Forschungsgebiete: Naturbeobachtung von Pflanzen und Lebewesen; Prozesse zu illustrieren: Das Werden und Vergehen in der Natur
künstlerisch dokumentieren… Streifzüge in der Wildnis/Vielfalt in Skizzen erfassen, seine Eindrücke in Worte/Geschichten/Gedichte zu fassen… seinen eigenen Stil/Ausdruck finden. Pflanzenfarben gewinnen und zum Kolorieren zu verwenden… Wildpflanzenrezepte ausprobieren und dokumentieren, sammeln..

 

 

Fortlaufendes Projekt in der Naturschule Konstanz/ Lernort Vielfalt. Genauere Daten folgen.

Phase: Wahrnehmen, wirken lassen, zeichnen, schreiben, Naturmaterialien herstellen, ein „Sammelsurium“ anlegen.

Methoden:

Aufmerksamkeit

Schreiben

Skizzieren

Pflanzenfarben herstellen

mit Naturmaterialien arbeiten

ein Herbarium/Sammelsurium anlegen

mit Naturmaterialien arbeiten/ herstellen

und das „Einfach-So-Sein“-Lernen

also mit Achtsamkeitsübungen mit einfließen lassen.

Beschäftigungen in der Natur haben Tiefenwirkung…

 

Schreiben:

Von Gräsern, Nüssen und Wildbienen

 

„Nie war Naturlyrik wichtiger als heute: als ein Gegengewicht zur Hypermythologisierten exakten Naturwissenschaft.
Durch ihr Bemühen, die Dinge als das zu sehen, was sie sind, und nicht als das was irgendein Dogma vorgibt.“

John Burnside

 

Fühlen, Schmecken, riechen, sehen, hören… erhöhte Aufmerksamkeit schärft die Sinne.

In Schwerpunkt Schreiben geht es um Wahrnehmen, um Sprache, von der Vielfalt der Arten und Worte.

 

Literarische Texte über die Natur beleuchten das Verhältnis des Menschen zu seiner Umgebung – zu Landschaft, Lebenswelt und anderen Lebewesen. Häufig verbinden sich autobiografische Elemente mit essayistischen Reflexionen über die gesellschaftlichen Umstände und das eigene Naturerleben.

Lesungen aus zeitgenössischem „Nature Writing“, aus Haikus, Naturlyrik aus einem Lexikon der „lost words“ entführen uns in den Reichtum der Sprache(n). Wir lassen uns inspirieren für eigenes: Haikus /Naturstimmungen/ Texte/ Prosa . Wer mag in Kombination mit Skizzen. NaturTageBuch gestalten … als fortlaufendes Projekt. Jede/r wird darin unterstützt, die Inspirationen/Wahrnehmungen/Schätze auf seine/ihre Weise sprachlich/ visuell zu übersetzen.

 

Zielgruppe: Erwachsene, auch: Jugendliche/ Kinder /Intergenerationenprojekt

fortlaufendes Projekt 1-2 x im Monat; während der Sommermonate, Von 2,5 Stunden jeden 2. Sonntag

im Juli/August oder nach Verabredung zu unterschiedlichen Tageszeiten/Stimmungen.

 

Zeichnen vor Ort

 

„Zeichnen ist Spaziergehen mit dem Bleistift.“ Paul Klee

Wer einmal einen „Löwenzahn“ gezeichnet hat, kennt den Rythmus seiner Blattformen.
Es prägt sich seine Charakteristik ein… das, was ist ihn als „Löwenzahn“ auszeichnet.

Es gibt 1001 Arten etwas darzustellen – ohne es zu fotografieren.

In diesem Kurs treffen wir uns, um vor Ort zu zeichnen, was uns vor gerade „zufällt“: Brombeerblüten,
wilde Möhren, knorrige Apfelbäume, Wildbienen, das Ungeordnete eines Totholzhaufen, ein frischgeschlüpfter Weinschwärmer, eine impressionistische Wildblumen. Es gilt aus der Fülle der Farben und Formen etwas auszuwählen
und und die Eindrücke in Skizzen umzusetzen. Von 2,5 Stunden jeden 2. Sonntag im Juli/August oder
nach Verabredung zu unterschiedlichen Tageszeiten/Stimmungen.
Materialien herstellen: Farbe/ Zeichenkohle.

 

Zielgruppe: Erwachsene, auch: Jugendliche/ Kinder /Intergenerationenprojekt

fortlaufendes Projekt 1-2 x im Monat; während der Sommermonate

 

Phase: Materialien sichten, gestalten etc./ im Herbst vermutlich „indoor“:

Materialien sichten, angefangene Projekte besprechen, weiterarbeiten.

aus den gesammelten Materialien kann über einen längeren Zeitpunkt ein BuchObjekt oder künstlerische Objekt

hergestellt werden. (Buchbindung oder Papier-Quilt)

 

Was ist Natur? 

Interessantes Online Gespräch, auf das ich an dieser Stelle aufmerksam machen möchte:

Was ist Natur? – Eine Suche am Frankfurter Flughafen
Online-Gespräch zum Begleitbuch der Ausstellung „Was ist Natur?“

Kathrin Meyer (Direktorin Museum Sinclair-Haus), Nils Güttler (Wissenschaftshistoriker, ETH Zürich) und Bernd Petri (Ornithologe und Soundscaper) im Gespräch mit der Wissenschaftsjournalistin Regina Oehler.

Kathrin Meyer, Nils Güttler und Bernd Petri diskutieren über Naturverständnisse und die Frage, warum wir einen neuen Naturbegriff brauchen. Kathrin Meyer stellt das Buch zur interdisziplinären Ausstellung vor, in der sich ein Abschnitt mit dem Frankfurter Flughafen als Naturraum beschäftigt. Am Frankfurter Flughafen als Schnittstelle von Technik, Natur, Ökologie und regionaler Entwicklung werden wie unter einem Brennglas die Verschränkungen unterschiedlicher Interessen und Bedürfnisse menschlicher und nicht-menschlicher Wesen erkennbar. Nils Güttler ist mit einem Essay zu diesem Thema in der Publikation vertreten. Er beschäftigt sich seit einigen Jahren aus der Perspektive der Umwelt- und Wissenschaftsgeschichte mit der Koexistenz von Menschen, Pflanzen und Tieren, insbesondere am Frankfurter Flughafen. Bernd Petri ist Experte für ökologische Fragestellungen, engagiert beim NABU und leidenschaftlicher Soundscaper. In der Ausstellung sind zahlreiche Tonaufnahmen von ihm zu hören, die das direkte Nebeneinander von Natur, Kultur und Technologie sinnlich erfahrbar machen.